Induktionsherde gibt es seit 1984. Der Unterschied zum herkömmlichen Herd zeigt sich, sobald man die Kochzonen der Glaskeramikplatte einschaltet. Es tut sich erst mal gar nichts: Weder sieht man unter der Glaskeramikplatte irgendwelche Heizkörper glühen, noch wird die Kochzone warm. Dass der Herd funktioniert, merkt man erst, wenn man einen Topf darauf stellt und das darin befindliche Wasser sogar schneller zu sieden beginnt als bei anderen Herden.
Induktionsherde erzeugen die Hitze nur dort, wo sie tatsächlich gebraucht wird, nämlich im Topfboden selbst. Wenn sich die Glaskeramik der Kochzone dennoch erwärmt, ist dies allein eine Folge des heißen Kochgeschirrs.
Mit dem Induktionsherd ergeben sich sehr kurze Ankochzeiten, weil die Wärme im Geschirrboden erzeugt und sofort ins Kochgut übertragen wird. Die Wärmezufuhr folgt prompt jeder Änderung der Einstellung und lässt sich feinstufig regeln. Da die Kochzonen nur indirekt über den Geschirrboden erwärmt werden, kann überlaufendes Kochgut nicht festbrennen und es entsteht auch keine Verbrennungsgefahr für den Benutzer.
Nimmt man das Kochgeschirr weg, schaltet die Kochstelle automatisch ab. Genauso erkennt der Induktionsherd, ob sich in der Kochzone geeignetes Geschirr befindet, andernfalls findet keine Energieübertragung statt.
Bei leerem oder leergekochtem Kochgeschirr sorgt ein Temperatursensor für automatische Abschaltung.
Wie andere Glaskeramikherde verfügen auch Induktionsherde über eine Restwärme-Anzeige, die aufleuchtet, solange die Temperatur der Kochzone noch über 60° C beträgt. Denn obwohl die Glaskeramik nur durch den Topfboden erhitzt wird, kann sie Temperaturen um 100 ° C erreichen.
Induktionsherde sind meist mit Sensoren ausgestattet, welche die herkömmlichen Drehknöpfe ersetzen und es ermöglichen, die Kochzonen durch einfaches Antippen zu regulieren. Der Induktionsherd reagiert auf Einstellungsänderungen ähnlich schnell wie ein Gasherd, da alle Energie sofort dem Topf zugute kommt, ohne dass erst andere Materialien mit erwärmt werden müssen. Er verbindet dieser Reaktionsschnelligkeit mit dem grundsätzlichen Vorteil des Stroms, die Wärme genau dosieren zu können..
Professionelle Köche wissen dies zu schätzen. In Hotelküchen, Kantinen usw. ist der Induktionsherd deshalb auch beliebt, weil er keine unnötige Wärme freisetzt. Das macht die Arbeit in der Küche angenehmer und hilft Lüftungskosten sparen.
Energiesparendes Ankochen
Der Induktionsherd hat auch einen günstigen Stromverbrauch. Im Vergleich mit normalen Glaskeramikherden ist sein Wirkungsgrad etwa um fünf Prozent höher. Gegenüber einem konventionellen Herd mit Kochplatten ist er sogar um etwa zehn Prozent effektiver.
Speziell in der Phase des Ankochens ergibt sich kurzfristig eine Energieersparnis bis zu 50 Prozent. Beim Fortkochen ist der Energiebedarf ähnlich wie bei anderen Herden, so dass ich insgesamt etwa die oben genannten Werte ergeben.
Generell ist die Umwandlung von Strom hocheffizient. Spielraum für Verbesserungen bleibt praktisch nur dort, wo bei der Wärmeübertragung auf den Topf Verluste auftreten. Und hier macht der Induktionsherd eindeutig Punkte.
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